Im Fokus: EBA startet Konsultation zu vereinfachtem Stresstest für Klimarisiken
Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde hat den Entwurf der Methodik, die Vorlagen sowie die Leitlinien für den EU-weiten Stresstest 2027 veröffentlicht und damit eine frühzeitige Konsultation der Branche eingeleitet, um die Banken bei der Vorbereitung zu unterstützen.
Produkte und Dienstleistungen
New Forests legt Global Natural Capital Fund mit einem Volumen von 1 Mrd. AUD auf
New Forests hat seine erste globale Strategie im Bereich Naturkapital aufgelegt – den „Global Landscape Opportunities“-Fonds – und strebt dabei ein Kapitalvolumen von 1 Mrd. AUD von institutionellen Investoren an. Das in Luxemburg ansässige Anlagevehikel mit einer Laufzeit von zehn Jahren verknüpft Forst- und Landwirtschaft sowie Märkte für CO2-Zertifikate und Biodiversität über fünf Regionen hinweg: Nordamerika, Europa, Australien/Neuseeland, Lateinamerika, Südostasien und Afrika. Der Fonds strebt eine interne Rendite (IRR) von 10 bis 12 % an und positioniert großflächige ökologische Wiederherstellungsmaßnahmen als wettbewerbsfähige institutionelle Anlageklasse. Die Allokation sieht vor, 60 bis 80 % des Kapitals in Industrieländern (USA, Kanada, Europa, Vereinigtes Königreich, Australien, Neuseeland) zu investieren, bis zu 30 % in fortgeschrittene Märkte Lateinamerikas (Brasilien, Uruguay, Chile) und bis zu 20 % in Südostasien, weitere Regionen Lateinamerikas sowie Afrika. Die Strategie umfasst Investitionen in nachhaltige Forstwirtschaft, landwirtschaftliche Flächen und Nahrungsmittelproduktionssysteme, CO2- und klimabezogene Projekte sowie Märkte für Biodiversität und Ökosystemleistungen. New Forests bündelt dabei seine 20-jährige Erfahrung aus verschiedenen regionalen Märkten in einem einzigen, global integrierten Portfolio.
Anterra Capital sammelt 100 Mio. USD für Agrar-Start-ups ein
Anterra Capital hat für seinen dritten Fonds, der auf KI-gestützte Start-ups im Lebensmittel- und Agrarsektor abzielt, ein erstes Closing in Höhe von 100 Millionen US-Dollar erreicht – die Hälfte des angestrebten Gesamtvolumens von 200 Millionen US-Dollar. Das in Amsterdam ansässige Venture-Capital-Unternehmen unterstützt skalierbare, wissenschaftsbasierte Lösungen, während sich der Agrar- und Lebensmittelsektor von Hype-getriebenen Investitionen abwendet. Der Fonds III konzentriert sich auf vertikale KI-Anwendungen für die Lebensmittel- und Agrarindustrie – einen Sektor mit einem Volumen von 10 Billionen US-Dollar, der bislang weitgehend unterdigitalisiert ist. Das Unternehmen investiert in KI-native Plattformen, die den Lebensmittelvertrieb modernisieren, Engpässe in der Produktion beheben und KI im biologischen Bereich für Tiergesundheit und Pflanzenschutz einsetzen. Der Fonds III ist bereits bei Anchr eingestiegen – einem von Andreessen Horowitz unterstützten KI-Betriebssystem für den Lebensmittelvertrieb – sowie bei Animerra, einem von Anterra gegründeten Unternehmen für biologische Veterinärprodukte. Zu den Geldgebern des Fonds zählen die Rabobank (weltweit größter Kreditgeber im Agrarsektor), Novo Holdings (ein führender globaler Investor im Bereich Life Sciences) und Zoetis (das größte Unternehmen für Tiergesundheit). Viele frühere Investoren beteiligen sich erneut am Fonds III; dies spiegelt das Vertrauen in Anterras disziplinierten Ansatz wider, der auf soliden geschäftlichen Fundamentaldaten basiert, anstatt kurzlebigen Trends wie Quick Commerce oder Vertical Farming zu folgen.
Regulierung, Gesetze und Rahmenabkommen
EBA startet Konsultation zu vereinfachtem Stresstest für Klimarisiken
Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat den Entwurf der Methodik, Vorlagen und Leitlinien für den EU-weiten Stresstest 2027 veröffentlicht und eine erste Branchenkonsultation gestartet, um Banken bei der Vorbereitung zu unterstützen. Der Stresstest 2027 beinhaltet wesentliche Vereinfachungen bei gleichzeitiger Wahrung der Robustheit und Vergleichbarkeit. Die erforderlichen Datenpunkte werden im Vergleich zum vorherigen Test um 55 % reduziert, hauptsächlich durch die Nutzung regulärer Aufsichtsberichte. Der optimierte Ansatz vereinfacht die Definitionen des Stresstests und beseitigt sich überschneidende Vorlagen und Datenpunkte, die zu Doppelungen in den Aufsichtsberichten führen. Dies reduziert Doppelarbeit, senkt den Verwaltungsaufwand und verbessert die Datenkonsistenz, Vergleichbarkeit und Qualität für die Aufsichtsbehörden. Eine wichtige Neuerung ist die erstmalige strukturierte Integration von Klimarisiken in den EU-weiten Stresstest. Übergangs- und physische Risiken werden zusammen mit makrofinanziellen Schocks über ein eigenes Modul berücksichtigt. In dieser Phase werden Klimarisiken separat bewertet und haben keinen Einfluss auf die Ergebnisse des Kernstresstests. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Integration von Klimaaspekten in die Finanzaufsicht.
ESG Daten und Analytics
Bloomberg erweitert sein Klima-Toolkit für Portfolio-Risiko- und Transitionsanalysen
Bloomberg hat sein „Transition Toolkit“ erweitert, um Investoren dabei zu unterstützen, Erkenntnisse zum Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft („Transition Intelligence“) in Portfolioentscheidungen umzusetzen. Das Update umfasst nun Kennzahlen zur Klimaanpassung (Climate Alignment Scores), Szenarioanalysen sowie eine zeitbezogene Zuordnung von CO2-Emissionen; damit erhalten Investoren einen zukunftsorientierten Einblick, wie Unternehmen und Portfolios von der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft betroffen sind. Die neuen Kennzahlen zur Klimaanpassung vergleichen Unternehmen mit sektorspezifischen und regionalen Transformationspfaden und erleichtern so die Beurteilung, ob ein Unternehmen einen glaubwürdigen Dekarbonisierungskurs verfolgt. Zudem hat Bloomberg Szenarien für Klimarisiken und Stresstests in seine Portfoliomanagement-Tools integriert, sodass Nutzer die Auswirkungen auf den Marktwert von Fonds, Indizes und ETFs unter verschiedenen Transformationsszenarien abschätzen können. Laut Bloomberg ist das Toolkit darauf ausgelegt, die Auflegung von Transformationsfonds zu unterstützen, die Glaubwürdigkeit unternehmerischer Transformationspläne zu bewerten und Nutzern bei der Erfüllung wachsender Anforderungen an Offenlegung und Stresstests zu helfen. Das aktualisierte Toolkit ist über das Bloomberg Terminal sowie per Datenlizenz verfügbar.
Upright Project startet vertikal trainiertes LLM
The Upright Project hat das erste auf einen spezifischen Bereich ausgerichtete („vertikal trainierte“) Large Language Model (LLM) vorgestellt, das für die Quantifizierung von Nachhaltigkeit entwickelt wurde. Das Modell beantwortet komplexe, geschäftskritische Fragen zur Nachhaltigkeit von Unternehmen, Fonds oder Portfolios und verknüpft jede Antwort mit den zugrundeliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen, ESG-Berichten sowie weiteren Quellen, sodass Nutzer die Ergebnisse überprüfen und begründen können. Das LLM basiert auf wissenschaftlicher Forschung und Open-Source-Methoden und stützt sich nicht allein auf Unternehmensberichte. Bei widersprüchlichen Angaben gewichtet es die stärksten wissenschaftlichen Belege am höchsten. Das Modell ist auf Aspekte wie doppelte Wesentlichkeit, Klimarisikobewertung, finanzielle Auswirkungen, Netto-Impact, UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs), EU-Taxonomie sowie die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen (PAI) gemäß SFDR optimiert und deckt sämtliche der mehr als 80 ESRS-Nachhaltigkeitsthemen ab. Zur Abschätzung der Auswirkungen nutzt es Daten auf Produktebene; laut Upright sind diese für bis zu 96 % der identifizierbaren Auswirkungen und Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette verantwortlich. Das System kann positive und negative Auswirkungen in vier Dimensionen – Gesellschaft, Wissen, Gesundheit und Umwelt – sowie in 19 Kategorien quantifizieren, die sich über die vor- und nachgelagerten sowie die internen Bereiche der Wertschöpfungskette erstrecken.
S&P Global startet Portfolio-Screening-Tool für den UN Global Compact
S&P Global Sustainable1 hat den „United Nations Global Compact (UNGC) Screening Dataset“ eingeführt – eine umfassende Screening-Lösung, die Investmentmanager, Banker und Unternehmen aus der Realwirtschaft dabei unterstützt, zu beurteilen, ob Firmen die zehn Prinzipien des UN Global Compact (UNGC) in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung einhalten. Der Datensatz kombiniert zwei Informationsquellen: ein Screening auf Kontroversen, das unternehmensbezogene Vorfälle im Zusammenhang mit einem oder mehreren UNGC-Prinzipien erfasst, sowie ein Screening auf Geschäftsaktivitäten, das Umsätze aus bestimmten umstrittenen Produkten kennzeichnet. S&P hat den Datensatz bereits auf weltweit 16.500 Unternehmen angewendet und plant, das Spektrum auf rund 24.000 Unternehmen auszuweiten, um klare Kennzeichnungen zur UNGC-Konformität für die Portfoliobildung und Risikoüberwachung bereitzustellen. Das System basiert auf den KI- und Machine-Learning-Kapazitäten von S&P Global und durchsucht kontinuierlich Millionen öffentlicher Quellen in verschiedenen Sprachen – darunter Nachrichten, NGOs, Regulierungsbehörden und andere Stakeholder –, um aufkommende Risikovorfälle in Echtzeit zu erkennen. Ein spezialisiertes Team für Kontroversen-Analysen überprüft die Ergebnisse der KI und stellt sicher, dass die Kennzeichnungen auf belegbaren Fakten basieren und nicht lediglich auf unbestätigten Signalen beruhen.

