ESG Nachrichten

ESG Nachrichten 32/2026 (03.08.2026 – 09.08.2026)

Im Fokus: Novisto startet integriertes On-Demand-Tool zur Wesentlichkeitsanalyse

Novisto hat „Novisto Materiality“ eingeführt – ein On-Demand-Tool zur Bewertung der doppelten Wesentlichkeit, das direkt in die zentrale Nachhaltigkeitsplattform des Unternehmens integriert ist. Die Lösung digitalisiert den gesamten Prozess der Wesentlichkeitsanalyse und ersetzt statische, von Beratern erstellte Berichte durch einen kontinuierlichen, revisionssicheren Ablauf, der bei veränderten geschäftlichen Anforderungen jederzeit erneut durchgeführt werden kann.

Regulierung, Getze und Frameworks

EBA sieht stabile Klimarisiken und bessere ESG-Daten bei Banken

Das aktuelle ESG-Risiko-Dashboard der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) zeigt, dass die klimabezogenen Risikoengagements der Banken in der EU und im EWR in der zweiten Jahreshälfte 2025 weitgehend stabil blieben, während sich Qualität und Verfügbarkeit von Klimadaten verbesserten. Der Anteil der Engagements in Sektoren, die stark zum Klimawandel beitragen, lag zwischen Juni und Dezember 2025 unverändert bei rund 62 %, wobei es nur geringfügige Unterschiede zwischen den einzelnen Rechtsgebieten gab. Auch die Verteilung der Hypothekenengagements auf die verschiedenen Energieeffizienzklassen blieb weitgehend konstant. Der Anteil hoch energieeffizienter Hypothekenengagements (≤ 100 kWh/m²) nahm leicht zu, während der Anteil von Engagements ohne Angaben zur Energieeffizienz sowie die Verwendung geschätzter Energiekennwerte geringfügig zurückgingen – ein Hinweis auf eine verbesserte Datenlage bei den Immobilienportfolios der Banken. Die gegenüber physischen Klimarisiken anfälligen Engagements blieben in den meisten Ländern stabil; allerdings bestehen weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Rechtsgebieten, wobei die durchschnittlichen Anteile dieser Engagements von unter 10 % bis über 55 % reichen. Die EBA führt diese Unterschiede auf Faktoren wie Geografie, Wirtschaftsstruktur, Branchenzusammensetzung und Methoden der Risikobewertung zurück.

ESG Daten & Analytics

Novisto führt integriertes On-Demand Materiality Tool ein

Novisto hat „Novisto Materiality“ eingeführt – ein On-Demand-Tool zur Bewertung der doppelten Wesentlichkeit, das direkt in die zentrale Nachhaltigkeitsplattform des Unternehmens integriert ist. Die Lösung digitalisiert den gesamten Prozess der Wesentlichkeitsanalyse und ersetzt statische, von Beratern erstellte Berichte durch einen kontinuierlichen, revisionssicheren Ablauf, der bei veränderten geschäftlichen Anforderungen jederzeit erneut durchlaufen werden kann. Basierend auf der Methodik von GIST Impact nutzt das Tool eine standardisierte, evidenzbasierte Bewertung, um für jedes Thema und jede Auswirkung, jedes Risiko und jede Chance (IRO) Kennzahlen zur Auswirkungs- und Finanzwesentlichkeit zu ermitteln. Es umfasst Funktionen für die geführte Datenerfassung, Stakeholder-Befragungen, Entscheidungsdokumentation sowie einen Audit-Trail und unterstützt so die Berichterstattung gemäß CSRD, ISSB und GRI in einem einzigen System. Durch die Integration der Wesentlichkeitsanalyse in die Plattform stärkt Novisto die Nachvollziehbarkeit der Daten (Data Lineage) und optimiert den Weg von der Bewertung bis zur Offenlegung. Unternehmen können Analysen bei Bedarf durchführen – etwa bei der Bewertung von Übernahmen oder der Aktualisierung von Risikoprofilen – und wesentliche Themen direkt mit Offenlegungspflichten sowie Datenerfassungsplänen verknüpfen.

Dekarbonisierungsverpflichtungen

Erste von Mombak gelieferte CO₂-Zertifikate aus der Wiederaufforstung des Amazonas

Das brasilianische Wiederaufforstungs-Startup Mombak hat seine ersten CO₂-Zertifikate aus dem Amazonasgebiet mehr als zwei Jahre früher als geplant bereitgestellt – ein Meilenstein, der dazu beitragen könnte, das Vertrauen in einen Markt zu stärken, der lange Zeit unter Bedenken hinsichtlich der Projektqualität und Lieferverzögerungen litt. Nach Angaben des Unternehmens gingen die Zertifikate an Käufer wie Google, McKinsey und McLaren Racing, die ursprünglich erst für 2028 mit der Lieferung gerechnet hatten. Auch Bain & Company, Climeworks, Commons und Union Square Ventures erhielten Zertifikate aus dieser ersten Tranche. Mombak renaturiert degradiertes Acker- und Weideland im brasilianischen Amazonas-Regenwald durch die Pflanzung heimischer Baumarten; dabei entstehen Zertifikate auf Basis des von den Wäldern gebundenen Kohlendioxids, die an Unternehmen verkauft werden können, welche ihre Emissionen ausgleichen wollen. Das Startup hat auf zwölf Farmen im Amazonasgebiet bereits fast 15 Millionen Bäume gepflanzt; die erste Zertifikate-Ausgabe entspricht einer Menge von mehr als 21.000 Tonnen Kohlendioxid, die der Atmosphäre entzogen wurden. Für Ende 2026 plant Mombak eine weitere Ausgabe von 55.000 Zertifikaten.

Führungskräftewechsel

Bain ernennt Matteo Capellini zum Global Head of Sustainability Value Creation.

Bain & Company hat Matteo Capellini zum Global Head des Bereichs „Sustainability Value Creation Solution“ ernannt. Dieser Praxisbereich des Unternehmens konzentriert sich darauf, Nachhaltigkeitsstrategien in die Kerngeschäftsstrategie zu integrieren, um ESG-Verpflichtungen in messbaren Wert zu verwandeln. Die Ernennung erfolgt vor dem Hintergrund, dass Nachhaltigkeit angesichts sich rasch wandelnder Erwartungen und regulatorischer Vorgaben wieder ganz oben auf der Agenda von Unternehmen steht. Capellini, seit 2018 Partner bei Bain, leitete zuletzt den Nachhaltigkeitsbereich des Unternehmens in Italien und fungierte als globale Schnittstelle zwischen den Nachhaltigkeits- und Einzelhandelsteams von Bain. Er kam ursprünglich 2008 zu Bain, verließ das Unternehmen 2013, um als Global Product Marketing Director bei Moleskine zu arbeiten, und kehrte 2018 zurück. Sein Aufgabenbereich umfasst die Dekarbonisierung der Scope-3-Emissionen, Modelle der Kreislaufwirtschaft sowie eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Produktentwicklung – und zwar branchenübergreifend, unter anderem in den Bereichen Mode und Luxusgüter, Kosmetik, Einzelhandel und Konsumgüter. Bain beschreibt die Position als Reaktion auf die Nachfrage von Kunden nach ESG-Programmen, die nicht nur Compliance oder Reputationsvorteile bieten, sondern auch messbare finanzielle und operative Ergebnisse liefern.

Laden Sie hier unser wöchentliches ESG-Nachrichtenmagazin herunter – mit Updates wie: Mombak liefert erste CO₂-Zertifikate aus der Wiederaufforstung des Amazonas an Google (zwei Jahre früher als geplant); Bain ernennt Matteo Capellini zum Global Head of Sustainability Value Creation Solution; das ESG-Risiko-Dashboard der EBA zeigt stabile Klimarisiko-Exposures sowie kontinuierliche Verbesserungen der Datenqualität; und vieles mehr.

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